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30. Landestagung der LAG 2025 im
November - die Nachlese
(einfache Darstellung)
Unter dem Titel „Professionelles Handeln in bewegten Zeiten“ lud die LAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit Bayern e.V. in Kooperation mit dem Bayerischen Jugendring (BJR) vom 10. bis zum 12. November 2025 zur 30. Landestagung ins Exerzitienhaus nach Stadtbergen ein.
Die Tagung widmete sich aktuellen Herausforderungen, denen Fachkräfte der Mobilen Jugend(sozial)arbeit und Streetwork im beruflichen Alltag, gesellschaftlich und politisch gegenüberstehen. Herausforderungen, die vermeintlich komplexer, und sicher dynamischer geworden sind. Neben dem vielfältigen, fachlichen Input spielt – wie schon 1995 - der kollegiale und freundschaftliche Austausch sicher nicht die geringste Rolle.
Der fachliche Auftakt als Impuls: „Das Tripelmandat und gesellschaftliche Verschiebungen“
Zum Tagungsauftakt führte Prof. Dr. Stefan Borrmann (Hochschule Landshut) die Teilnehmenden in die Auseinandersetzung mit dem Tripelmandat nach Staub-Bernasconi und dessen Bedeutung, den Möglichkeiten und der zu reflektierenden Haltung für die Streetwork und Mobile Jugendarbeit ein. Da an sich ist nicht neu, allerdings ist der agile Perspektivwechsel von Bedeutung.
In seinem Vortrag „Wie autonom ist die Profession Soziale Arbeit? Das Tripelmandat und seine Herausforderungen in Zeiten autoritärer gesellschaftlicher Verschiebungen“ spannte er den Bogen von den klassischen Spannungsfeldern des Mandats bis hin zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, die professionelles Handeln zunehmend belasten und steten Klärungsbedarf in uns erzeugen – und dies auch sollten.
Anhand praxisnaher Beispiele aus der Mobilen Jugend(sozial)arbeit zeigte Borrmann auf, wie sich Widersprüche zwischen professionellen Haltungen, gesetzlichen Rahmen-bedingungen und normativen Ansprüchen der Gesellschaft zuspitzen können und noch werden. Im zweiten Teil des Vortrags widmete er sich der Frage, wie politisch Soziale Arbeit agieren darf und muss – und welche professionsinhärenten Ambivalenzen aktuell mehr denn je sicht- und erfahrbar werden.
Abschließend stellte und schlug Borrmann Leitlinien vor, die als Orientierungspunkte dienen können, um im Spannungsfeld zwischen Haltung, Auftrag und gesellschaftlicher und politischer Realität handlungsfähig zu bleiben. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Denkanstöße mit, die im Nachgang lebhaft weiterdiskutiert wurden.
Workshops: Vertiefung, Austausch und Handlungssicherheit
Der zweite Tag der Tagung stand im Zeichen praxisorientierter Vertiefung durch von uns und dem.BJR geladene Referent:innen. Die Teilnehmer:innen konnten wahlweise zwei halbtägige Workshops oder einen der beiden ganztägigen Workshops besuchen.
Die halbtägigen Workshops boten folgende Themen an:
• „Professionelle Haltung und Prinzipien in der Arbeit mit
gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ perspektivisch auf Erscheinungsformen, Erkennungsmerkmale und Hanlungsoptionen.
• „Jugend und Konsum – Handlungssicher im Umgang mit konsumierenden Jugendlichen“ inklusive Reflexion eigener Haltungen und Strategien, die in der alltäglichen Arbeit tragfähig sein können.
Parallel fanden zwei ganztägige Workshops statt:
• „360° Deeskalation“ - Deeskalative Strategien für die Praxis mit konkreten Methoden, Übungen und der Möglichkeit, eigene Fallbeispiele einzubringen.
• „Praxisaustausch für und mit Erfahrenen und Einsteiger:innen“– ein offenes Format für Kolleg:innen, die sich über aufkommende Themen, aktuelle Herausforderungen und innovative Arbeitsansätze austauschen wollten.
Die Workshops boten wie immer einen geschützten Rahmen, um Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und Methoden gemeinsam zu erproben. Gerade die Mischung aus fachlichem Input und kollegialer Beratung wurde von vielen besonders positiv hervorgehoben.
Mitgliederversammlung, Neuwahlen der Vorstandschaft und informeller Ausklang
Wie zu jeder Tagung bot sich auch dieses mal wieder die Gelegenheit zur Mitgliederversammlung der LAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit Bayern e.V.. Am Dienstagabend versammelten sich rund 38 Mitglieder off- und online nicht nur zu Formalia wie dem Tätigkeits- und Finanzbericht des Vereins, aktuellen Entwicklungen sowie Ausblicke auf zukünftige Projekte und Schwerpunkte, Anträge galt es auch zu bearbeiten. Da die Wahlperiode des scheidenden Vorstandes 2025 ablief, standen auch Neuwahlenan. Nach den etwas holprigen Wahlen in 2023 lief es dieses Jahr fantastisch und wir freuen uns über ein wunderbares und sensationellerweise wieder 11-Köpfiges (dieverses) Team. Ihr dürf Euch gerne unter https://www.streetwork-bayern.de/. Ein Bild von uns machen.
Wir bedanken uns herzlich bei der bisherigen Vorstandschaft für ihr engagiertes Wirken und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit in der neu gewählten Runde. Verabschiedet wurde aus der Vorstandschaft Jan (erster Vorsitz), Norman (zweiter Vorsitz), Moritz (Beisitzer). Daphne (Schriftführerin) und Alex (Finanzen). Liebe geht raus an Euch!
Der Abend bot anschließend guten Raum und Zeit für informelle Gespräche, Vernetzung und persönliche Begegnungen – ein Aspekt, den viele Teilnehmende als wertvollen Bestandteil der Tagung ansehen.
Good-Practice-Runden als lebendiger Abschluss
Am dritten Tag wurde das im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführte Format der Good-Practice-Runden in abgewandelter Form fortgeführt. In mehreren Durchläufen diskutierten die Teilnehmenden herausfordernde Themenkomplexe und provokante Thesen aus dem Alltag des Arbeitsfeldes. Diese wurden zum Teil von uns vorbereitet, aber auch von Teilnehmer:innen vorgeschlagen.
Die Runden boten eine besonders praxisnahe Möglichkeit, von und miteinander zu lernen, eigene Erfahrungen in die Gruppe einzubringen und sich Inspiration für die tägliche Arbeit mitzunehmen. Darüber hinaus konnten hier mögliche zukünftige Themen für Arbeitsgruppen und Wünsche nach weiterem Austausch sichtbar gemacht werden. Beispielsweise wurden etwa neue AG-Ideen in Richtung Jungen- und Männerarbeit angeregt sowie der Wunsch nach einem Themenabend zu Sexualpädagogik und Fragen der Schweigepflicht oder auch „Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession/ Friedensprofession“ formuliert.
Näheres dazu werdet Ihr auf unseren Kanälen erfahren.
Fazit: Anspruchsvoll, bereichernd und praxisnah
Die Juniläums-Landestagung der Streetwork und mobilen Jugend(sozial)arbeit in Bayern war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg – sowohl für uns, die Organisierenden, als auch für die Teilnehmenden. Die Mischung aus fachlicher Tiefe, praxisorientierten Workshops und lebendigem Austausch schuf einen Rahmen, der die vielschichtigen Heraus-forderungen der aktuellen Zeit würdig aufgriff.
Wir bedanken uns herzlich für eure zahlreiche Teilnahme, eure Offenheit und die unzähligen wertvollen Beiträge. Ein besonderer Dank gilt zudem Matthias Hummel als Referent vom Bayerischen Jugendring und allen Unterstützer:innen, die zum Gelingen dieser Tagung beigetragen haben.
See you again – und gebt gut auf Euch Acht!
LG aus der neuen Vorstandschaft der LAG
Die Nachlese der Landestagung 2025
als PDF

Die Nachlese der Landestagung 2024
als PDF

Die Fachstandards der LAG in der abgestimmten Version nach der Tagung 2023
(Die Standards sind immer noch in der letzten Abstimmungsphase mit dem BJR, daher nach wie vor "nur" mit unserem Logo und dem Prädikat "wertvoll" versehen)

Positionspapier
DSW (Digital
streetwork)
